Leitbild

Das Haus am Kirschberg ist eine Jugendhilfeeinrichtung im Vogelsbergkreis mit vielfältigen stationären, teilstationären und ambulanten Betreuungs- und Unterstützungsangeboten. Der als gemeinnützig anerkannte Träger ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband.

Ziel unserer Arbeit ist es, jedem Kind,  jeder Jugendlichen, jeder jungen Erwachsenen und jeder Familie anhand ihrer individuellen Fähigkeiten und Begabungen durch entsprechende Hilfeplanung und deren Umsetzung die bestmöglichen Chancen für ein selbstverantwortliches Leben zu ermöglichen und damit die Integration der Einzelnen in unsere Gesellschaft zu fördern.

Durch unsere pädagogische Arbeit soll der Erwerb von Sozial-, Selbst- und Handlungskompetenzen ermöglicht werden, um damit sowohl die soziale Integration als auch die persönliche Entwicklung der Einzelnen zu fördern und auf die sich ständig veränderten Lebensbedingungen adäquat eingehen zu können.

Ziel ist der Zuwachs von Befähigungs- und Verwirklichungschancen.

Befähigungs- und Verwirklichungschancen beziehen sich auf

  • Optimismus, Selbstwert, Selbstwirksamkeit
  • Soziale Beziehungen
  • Selbstbestimmungskompetenzen
  • Sicherheit und Obhut
  • Materielle Ressourcen
  • Regeln und Strukturen
  • Fähigkeiten der Selbstsorge
  • Erziehungsfähigkeit

Unsere  pädagogische Arbeit soll sich an der gesamten Persönlichkeit und den Ressourcen orientieren und nicht nur an den Defiziten der einzelnen.

Grundlage der pädagogischen Arbeit ist die Akzeptanz und die Respektierung der Persönlichkeit der von uns betreuten Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien ohne Ansehen der Nationalität und Religionszugehörigkeit.

Das Haus am Kirschberg ist keiner bestimmten pädagogischen oder psychologischen Denkrichtung verpflichtet. Die Ansätze der unterschiedlichen Schulen werden vielmehr pragmatisch gesichtet und unter dem Aspekt der Verselbstständigung integriert und genutzt.

Unsere Haltung basiert am ehesten auf einem humanistischen Menschenbild. Der Mensch ist im Grunde gut und verfügt über die nötigen Ressourcen. Er ist fähig und bestrebt, sein Leben selbst zu bestimmen (Autonomie), ihm Sinn und Ziel zu geben. Der Mensch ist eine ganzheitliche Einheit (Körper, Geist, Seele). Die individuelle Sichtweise wird ergänzt durch die Betonung der sozialen und gesellschaftlichen Bezogenheit des Menschen.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses am Kirschberg arbeiten gemeinsam an der Verwirklichung des sozialpädagogischen Auftrages. Sie gestalten gemeinsam eine Atmosphäre, in der die Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien die angeregten Lernprozesse als sinnvoll aufeinander bezogen und stimmig erleben können.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter in allen Bereichen muss sich ihrer/seiner Verantwortung als direkt oder indirekt erlebtes Vorbild bewusst sein. Sie/er trägt im Rahmen ihres/seines Zuständigkeitsbereiches und ihrer/seiner Kompetenz dazu bei, dass emotionale Zuwendung, Akzeptanz, Verlässlichkeit, Kontinuität, Klarheit, Offenheit und Konsequenz von den uns anvertrauten Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien als wesentliche Faktoren des Zusammenlebens und Zusammenlernens erlebt und internalisiert werden können.

Die Autorität der sozialpädagogischen MitarbeiterInnen ergibt sich durch ihre fachliche Kompetenz und ihren Vorsprung an Erfahrung und Wissen. Dies verpflichtet sie gleichzeitig zu vorbildhaftem Einsatz ihrer Position und dem reflektierten Umgang mit der daraus resultierenden Macht. Die MitarbeiterInnen entwickeln ein Bewusstsein für die eigenen Unsicherheiten und hinterfragen ihr Verhalten regelmäßig.

Wir bewahren die physische und psychische Integrität der jungen Menschen, achten ihre Grenzen und schützen sie vor Grenzverletzungen.

Grundlagen unserer professionellen Beziehungsarbeit

  • Emotionale Zuwendung und individuelles Bemühen um jede/n Einzelne/n
  • Echtheit, Kontinuität und Verlässlichkeit
  • Empathie, Wertschätzung und Respekt
  • Reflexion der eigenen Arbeit
  • Gute Aus- und Weiterbildung
  • Supervision und Fallberatung
  • Kommunikation und Gesprächsführungskompetenzen, z. B.  Motivierende Gesprächsführung

  Methodische Merkmale unserer Arbeit

  • Klare und verlässliche Strukturen und Grenzen
  • Einzelarbeit: Gespräche, individuelle Aktivitäten
  • Gruppenarbeit: Gespräche und Aktivitäten im Gruppenkontext
  • Freizeitpädagogische und erlebnispädagogische Angebote
  • Ferienfreizeiten als gruppenpädagogische Aktionsformen
  • Partizipationsstrukturen: Heimbeiräte, Beschwerdemanagement etc.
  • Gestaltung von Atmosphäre und Räumlichkeiten

 Strukturelle Merkmale unserer Einrichtung

  • kleine überschaubare Arbeitseinheiten und Gruppen
  • Lebenswelt- und Bedarfsorientierung
  • persönlich und fachlich qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und deren Aus- und Fortbildung
  • Eigenständigkeit und Eigenverantwortung der MitarbeiterInnen in ihren Aufgabenbereichen
  • enge Kooperation untereinander
  • Klarheit und Transparenz im Miteinander
  • Entwickelte Kommunikations-, Streit-, und Fehlerkultur
  • Klare und offene Zusammenarbeit in und mit der Leitungsebene
  • Supervision
  • Mitarbeitervertretung
  • Heimbeirat als Vertretungsorgan der Bewohnerinnen und Bewohner
  • Kooperation mit allen Beteiligten im Erziehungsprozess
  • Schutz- und Partizipationskonzept
  • Zusammenarbeit und regionale Vernetzung mit externen Kooperationspartnern
  • Betriebswirtschaftliche Stabilität

Das Haus am Kirschberg versteht sich als regional verankerte Dienstleistungseinrichtung mit überregionalem Einzugsbereich. Für die regionalen Angebote arbeiten wir nach einem sozialräumlich orientierten Konzept.  Partnerschaftliche Zusammenarbeit und fachliche Vernetzung im Interesse der betreuten jungen Menschen und Familien  bestimmen die Beziehung zu Personen und Organisationen, die im Arbeitsfeld der Einrichtung einbezogen sind.

Hierzu gehört auch die aktive Beteiligung an Gremien und Arbeitsgemeinschaften im Bereich der Jugend- und Jugendberufshilfe.

Wir arbeiten für und mit jungen Menschen und Familien  –

 für deren Zukunft in Selbstständigkeit und sozialer Kompetenz.

 Stand Oktober 2016